Rechtsschutzversicherung – auch im Streit gut versichert
Eine Rechtsschutzversicherung kann im Streitfall eine wahre Rettung für die eigenen Finanzen bedeuten. Diese Versicherungsform bezieht sich auf die Kosten, die im Falle eines gerichtlichen Streits entstehen und ersetzt diese meist in vollem Umfang unter Berücksichtigung einer kleinen Selbstbeteiligung.
Die Selbstbeteiligung bei einer Rechtsschutzversicherung liegt im Regelfall zwischen 150 und 250 Euro. Der Versicherungsnehmer sollte allerdings vor Abschluss des Versicherungsvertrages prüfen, ob die Möglichkeit besteht, durch geringe Anhebung der monatlichen Versicherungsprämie keine Eigenleistungen mehr tätigen zu müssen. Dennoch ist die geringe Selbstbeteiligung oft ein tatsächlich sehr kleines Übel, das im Vergleich zu den entstehenden Kosten zu vernachlässigen ist.
Rechtsschutzversicherung: Versichern Sie sich richtig
Die Rechtsschutzversicherung, die es nebst der Riester-Rente als beliebte Versicherungsmöglichkeit gibt, sichert ihren Versicherungsnehmer vor vielen Arten der anfallenden Kosten. So werden die anfallenden Gebühren für den Rechtsanwalt, etwaige Zeugengelder oder Sachverständigenhonorare, Gerichtskosten und auch die Kosten, die der Gegner verursacht hat übernommen, sofern der Versicherungsnehmer verpflichtet ist, diese Kosten zu tragen. Um ihre Versicherungsnehmer vor Haftstrafen zu retten, übernimmt eine Rechtsschutzversicherung auch Strafkautionen. Meist kann dies bis zu einem Betrag von 50.000 Euro geschehen. Bußgelder und andere Geldstrafen werden von den Rechtsschutzversicherungen allerdings nicht übernommen.
Es gibt viele verschiedene Arten der Rechtsschutzversicherung. So ist es möglich, einen sogenannten Verkehrs-Rechtsschutz abzuschließen, der sich auf bestimmte Fahrzeuge oder auch eine bestimmte Person bezieht. Bei der Versicherung bestimmter Fahrzeuge ist die Angabe des gültigen KFZ-Kennzeichens notwendig. Auch ist es möglich, alle Fahrzeuge einer Familie rechtsschutzversichern zu lassen. Desweiteren wird zwischen Privat- und Berufsrechtsschutz unterschieden. So können sich Selbständige und Nichtselbständige im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit versichern lassen, aber auch einen Rechtsschutz für private Belange erhalten.
Speziell für die Landwirtschaft gibt es ebenfalls eine Rechtsschutzversicherung, die die besonderen Gegebenheiten, die bei einer landwirtschaftlichen Tätigkeit aufkommen, berücksichtigt.
Rechtsschutz: Gerade bei Immobilien wichtig
Auch für das Eigentum von Grundstücken und Mietsachen gibt es besonders ausgelegte Rechtsschutzversicherungen. Diese schützen beispielsweise vor den Kosten von Mieterklagen oder auch rechtlichen Streitigkeiten mit der Gemeinde. Bei einer Rechtsschutzversicherung, die sich auf Immobilien bezieht, muss die Nutzungsart der versicherten Gegenstände genau angegeben werden. So ist im beispielsweise eine Mietwohnung im Versicherungsfall nur dann rechtsschutzversichert, wenn sie in der Rechtsschutzversicherung auch als Mietobjekt angegeben wird. Im Strafrecht unterscheiden die Rechtsschutzversicherungen auch zwischen Fällen, die versichert sind und solchen, die nicht versichert werden können. Versicherte Fälle sind hier beispielsweise fahrlässige Körperverletzung oder auch Verstöße gegen das Waffengesetz. Nicht versichert sind unter anderem Vorwürfe, die Beleidigung, Mord oder auch Nötigung betreffen. In Fällen, die sich mit dem Strafrecht beschäftigen, ist eine individuelle Klärung mit der Rechtsschutzversicherung als nicht nur empfohlen, sondern eher unumgänglich.
Eine Rechtsschutzversicherung ist zusammenfassend eine sehr sinnvolle Form der Versicherung. Sie kann bei Rechtsstreitigkeiten vor enorm hohen Kosten schützen, die zu Beginn des jeweiligen Falles zunächst nicht abschätzbar sind. Je nach Dauer und Gegenstand eines Versicherungsfallen können die Kosten eine Person, die nicht rechtsschutzversichert ist, in den Ruin treiben. Es handelt sich also bei Rechtsschutzversicherungen nicht um Versicherungen, die kleine Geldbeträge absichern, sondern eher um solche, die auch große Summen abdecken und ihre Versicherungsnehmer nachhaltig entlasten. Der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung kann also einer rechtlichen Streitigkeit durchaus das hohe Risiko nehmen, das sich auf die entstehenden Kosten bezieht.
